Tobias (14) – unser jüngster Himmelsstürmer!


Am Sonntagabend 22.05.22 – 17.43 MESZ, war es soweit:
Tobias M. (14 J.) machte seine ersten drei Alleinflüge im Segelflug.

Was für eine Geschichte: im November 2021 trat er zusammen mit seinem nur ein paar Montate jüngeren Freund Benedikt W. in den FSVN ein, also Mitten in der fliegerschen Winterpause.
Aber schon da mit einem klaren Ziel: den restlichen Winter drückten die beiden an den Wochenenden eifrig die Schulbank im Theorieunterricht des Vereins, bevor dann im April die Flugsaison 2022 startete.
Beide waren eifrig bei der Sache, mit Beginn der Praxis geradezu entfesselt. Wissbegierig und hochmotoviert wurden alle praktischen Übungen angegangen. Manch älterer Fluglehrer staunte, wie die beiden Youngster immer wieder aktiv nach neuen Flugaufgaben fragten und darauf achteten, daß auch alles im blauen Ausbildungsnachweis dokumentiert wurde.
Auch das trübste Wetter hielt sie nicht vom Flugplatz in Lachen-Speyerdorf fern. Fliegen, fliegen, fliegen war das Motto.
Jetzt, nach nur zwei Monaten Flugtraining, war die Ausbildung zum ersten Alleinflug abgeschlossen. Am Samstag durften die beiden bei böigem Westwind und kräftiger Thermik ihr antrainiertes Können unter Beweis stellen. Auch bei diesem Wetter sollten nicht nur die normalen Flugverfahren, sondern auch das Verhalten bei Störungen und ungewohnten Situationen sicher beherrscht werden. Kein Problem für die beiden Himmelstürmer.

Sonntagfrüh war dann ruhiges Hochdruckwetter gemeldet. Ideales Wetter für die Alleinflug-Aspiranten. Doch diesmal kam Tobias alleine mit dem Fahrrad nach Lachen. Benedikt, einer der Topscorer bei der C-Jugend des TV Kirrweiler, mußte seine Handball-Mannschaft im Quali-Turnier den Aufstieg in die Pfalz-Liga sichern helfen. Auch in diesem Alter muß man schon Prioritäten setzen.

Tobias spulte schon mit einer gewissen Routine seine Übungsflüge mit den beiden diensthabenden Fluglehrern Helmut Thate und Bernd Hackebeil ab. Ihm war natürlich klar, welche Stunde geschlagen hatte. Er mußte sich aber etwas gedulden: für diesen riesigen Schritt in der Pilotenwelt, zum ersten Mal alleine im Flugzeug zu sitzen, wählen die Fluglehrer üblicherweise die wind- und thermikfreien frühen Abendstunden aus. Wenn kaum noch andere Flugzeuge in der Luft sind, haben die Alleinflieger dann den ganzen Flugplatz für sich.

Unter den Augen der beiden Fluglehrer absolvierte Tobias seinen Startcheck, bevor er mit dem Schulflugzeug ASK21 dann an der Seilwinde zum ersten Mal allein abhob. Es war sein 50. Start seit Ausbildungsbeginn.
Immer wieder die größte Überraschung beim ersten Alleinflug: das fehlende Gewicht des Fluglehrers führt zu einer größeren Starthöhe und auch die Trimmung wird zum ersten Mal im kopflastigen Bereich gebraucht.
Nach drei tadellosen Flügen hatte Tobias sein A-Prüfung in der Tasche. Nach dem Einräumen und der traditionellen „Formation des Hosenbodens“ nahm er strahlend die Glückwünsche seiner Fluglehrer und aller Anwesenden entgegen.
Jetzt kommt das lange Himmelfahrt-Wochenende, sicher auch mit der Chance für seinen Freund Benedikt, in der Flugausbildung wieder mit ihm gleichzuziehen.
Wenn die zwei das Tempo und den Fokus in der Ausbildung beibehalten, dann sind am Ende der Saison alle Lerninhalte vermittelt, so Ausbildungsleiter Steffen Schmidt. Allerdings wird die Pilotenlizenz für Segelflieger erst mit dem Mindestalter von 16 Jahren ausgestellt.

Rendezvous in Landau 2022

Vom 30.04.-07.05.2022 fand auf dem Flugplatz Landau-Ebenberg das Rendezvous 2022, ein deutsch-französischer Segelflug-Freundschaftswettbewerb, statt.
Vom FSV Neustadt nahmen Reimar Möller (ASG 29), Frank Schwerdtfeger (LS 10) und Steffen Schmidt (ASW 22BL) teil.

Insgesamt war das Teilnehmerfeld  hochgradig besetzt. Ziel war gewesen, dass zur Hälfte deutsche und französische Piloten teilnehmen. Neben aktuellen und ehemaligen Mitgliedern der deutschen Nationalmannschaft nahm von französicher Seite auch der ehemalige Weltmeister Marc Schroeder teil.
Von 8 Wettbewerbstagen wurde an fünf Tagen ein Wertungsflug durchgeführt. Das Wetter war sehr komplex und es wurden Tagesaufgaben von einer 2h-AAT bis zu einer 536-km-Racing-Task rund um Frankfurt geflogen.
In langer Erinnerung wird für viele der dritte Wertungstag bleiben. Ein Start war nur mit einem Abflug im Pfälzer Wald möglich. Dieser entwickelte aber schon zum Abflugzeitpunkt stark über. Starke Schauer (und teils Gewitter) spielten bei der Flugweg-und Streckenwahl bei dieser 2-h-AAT eine bedeutende Rolle.
Der recht homogene 4. Wertungstag mit einer Strecke von 536 km beinhaltete auch einen Wendepunkt in der Nähe der Wasserkuppe.

Die Teilnehmer bedanken sich bei den Landauer Kameraden rund um Familie Theisinger für die hervorragende Organisation und das sehr harmonische, freundschaftliche Miteinander.

Die Ergebnisse unserer Teilnehmer können sich sehen lassen. Frank Schwerdtfeger wurde in dem sehr starken Teilnehmerfeld Gesamtvierter. Reimar wurde 13.  Steffen Schmidt büßte am letzten Wertungstag seinen guten 7. Gesamtplatz ein: aus Zeitgründen konnte er die letzte Tagesaufgabe nicht komplett absolvieren, der Airliner für die Dienstreise nach Fernost wollte nicht warten. So büßte er neun Plätze ein und wurde insgesamt 16ter.

Die Wertung und viele Fotos findet ihr unter:
https://www.soaringspot.com/en_gb/rendezvous-de-vol-a-voile-2022-landau-ebenberg-2022/

Schnuppertag 2022

Segelflugpiloten springen mit Fallschirm ab!

Letztes Wochenende trafen sich Segelflieger und Fallschirmspringer im Clubheim des Fallschirmsprungclub Neustadt. Ziel war es die interessierten Segelflugpiloten in einem Schnellkurs eine Fallschirmsprung-Ausbildung zu verpassen.
Geboren wurde diese Idee letzten Herbst beim gemeinsamen Grillen auf dem Flugplatz-Lilienthal in Lachen-Speyerdorf. Thomas Dietrich, 1. Vorsitzender des FSC Neustadt, hatte das Interesse einiger jugendlicher Segelflugpiloten am Fallschirmspringen bemerkt und so die Idee des Sprungkurses für Piloten in die Tat umgesetzt.
Tatsächlich gibt es nur wenige Luftsportler, die beide Sportarten ausüben: Segelfliegen und Fallschirmspringen. Aber dennoch zieht jeder Segelflieger einen Fallschirm auf den Rücken bevor er ins Cockpit steigt. Es handelt sich dabei um einen Rettungsschirm für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass das Segelflugzeug einmal nicht mehr steuerbar sein sollte und der Absprung aus dem Cockpit die Rettung sein könnte.
Das Anlegen des Rettungsschirm und die Handgriffe für den Notausstieg werden hunderte Male in der Flugausbildung geübt, theoretische Kenntnisse über den Fallschirm und die Landung damit sind ebenfalls Bestandteil des Unterrichts. Nur der tatsächliche Absprung aus einem intakten Segelflugzeug ist schwer darstellbar.

Theorieunterricht

Deshalb die Zusammenarbeit mit den Fallschirmsportlern. Auch ein paar alte Hasen (Fluglehrer :-)) waren auch mit dabei, als am Freitagmorgen erst einmalTheorie gebüffelt wurde. Fallschirmsprunglehrer Axel Bläske präsentierte eine lange Themenliste, von der Fallschirmtechnik, der Aerodynamik des Fallschirms, der Schirmfahrt bis zur Landung sowie dem Verhalten in besonderen Fällen (z.B. bei einer Fallschirmstörung). Die Sprung-Aspiranten bemerkten schnell, dass man sich mit dem Sportgerät Fallschirm ja im gleichen Medium Luft bewegt wie mit dem ihnen bekannten Segelflugzeug.

Da gab es kaum Verständnisprobleme. Zumal die modernen Flächenfallschirme ja durch ihr Kammersystem eine Art Flügel aufbauen und so gut lenkbar sind und über deutlich bessere Gleiteigenschaften verfügen als die sogenannte Rundkappe, die beim Rettungsfallschirm benutzt wird.
Mit Videos und Kartenmaterial sollten sich die Sprung-Schüler zunächst an die ungewohnte Optik gewöhnen: im Segelflugzeug zielt man auf einen Landepunkt weit vor dem Cockpit. Mit dem Fallschirm liegt der Zielpunkt für die Landung nun zwischen den Füßen!

Nachdem der theoretische Ablauf des Sportfallschirmabsprunges aus einem Motorflugzeug bei allen Teilnehmern keine Fragen mehr aufwarf, konnte am Freitagnachmittag mit der praktischen Ausbildung begonnen werden: jede Phase des Fallschirmsprungs wurde intensiv geübt. Von Absprungübungen aus dem Flugzeugmodell am Boden, über die Öffnungskontrolle des Fallschirms bis zur Einteilung des Landeanflugs und dem richtigen Landefall.

Fallschirmpacken im Keller

Für die Segelflugpiloten sollte es am Samstag dann einen Sprung aus 1500 m Höhe geben. Nicht aber ohne vorher das Gelernte vom Freitag noch einmal zu repetieren. Der Schüler-Sprungfallschirm ist mit einer Zwangsauslösung ausgestattet, d.h. eine Reißleine ist fest am Flugzeug befestigt und öffnet nach dem Absprung den Fallschirm automatisch. Nach kurzem Freifall beginnt dann für den Fallschirmspringer die wichtige Aufgabe, sein Sportgerät auf die richtige Funktion zu überprüfen. Sprunglehrer Axel Bläske bläute es seinen Piloten ein: „ihr müsst entscheiden, ob ihr mit diesem Fallschirm landen wollt, oder ob ihr den Hauptschirm kappt und damit den Reservefallschirm auslöst!“
Ist alles ok mit dem Fallschirm, dann folgt bis 500m Höhe die Zeit für den Genuss der Fallschirmfahrt. Für die Segelflugpiloten etwas ungewohnt erwies sich die Tatsache, dass man die Vorbereitungen für die Landung direkt über dem Flugplatz macht. Das funktioniert im Segelflugzeug doch etwas anders.

Gurtzeugkontrolle vor dem Start

Jüngste Teilnehmerin mit 15 Jahren war Letisha R. aus Neustadt. Sie ist Flugschülerin beim FSV Neustadt und hat bereits 36 Flüge absolviert. Befragt nach ihren Gefühlen beim Fallschirmsprung sagte sie: „Angst hatte ich aufgrund der guten Vorbereitung keine, allerdings hat man auf 1500m Höhe, bei offener Tür, dennoch großen Respekt.
Auf der einen Seite bildet man sich weiter und bereitet sich auf den Ernstfall vor; auf der anderen Seite ist das Gefühl im Freifall unbeschreiblich friedlich. Das hatte ich vorher gar nicht erwartet. Gesprungen sind wir alle und ich würde es jederzeit nochmal machen. Gerne auch aus größerer Höhe.“

Zum Abschluß gab es für die Teilnehmer vom FSC Neustadt noch eine Urkunde über den erfolgreichen Erstsprung. Eine gelungene Veranstaltung über die Grenzen der Luftsportarten hinweg. In wenigen Tagen beginnt die Segelflugsaison für die Neustadter Segelflieger mit einer Aktivenversammlung. Die Fallschirmsprung-Novicen werden einiges zu berichten haben.

Gruppenfoto mit Urkunde und Kaltgetränk

Theorieunterricht 2021/22

Am 7. November startet wieder unser Theorieunterricht zur Segelflugausbildung. Jeweils am Sonntagvormittag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr vermitteln die Fluglehrer des Vereins die theoretischen Kenntnisse für die angehenden Pilot:innen.
Gasthörer sind gerne willkommen, der Kurs ist gebührenfrei.
Er findet unter Anwendung der jeweils gültigen Corona-LVO statt: wir starten also mit den sogenannten 2G+Regeln.
Die Sitzplätze im Lehrsaal in der „Villa Ost“ am Lilienthal-Flugplatz sind begrenzt, deshalb ist eine Anmeldung per Email vorgesehen: schnupperkurs@fsvn.de

Ziellande-Wettbewerb: die Erfahrung siegt!

Am Sonntagmorgen zeigte sich das Wetter über der Vorderpfalz von seiner freundlichen Seite: angenehme Temperaturen und leichter Südwind am Boden sprachen für einen erfolgreichen zweiten Versuch, den Ziellande-Wettbewerb 2021 durchzuführen; nachdem tags zuvor die Ziellandefelder vom Dauerregen kräftig gewaschen wurden.
Jeweils ein Flug auf der ASK21 und einer auf dem ASTIR CS gab es für jeden Teilnehmer. Zuerst durften die Flugschüler und Jungscheininhaber ran; die Senioren wollten sich das erst mal in Ruhe anschauen.
Schnell zeigte sich, daß die von Segelflugreferent Marc Schick neu skalierten Ziellandefelder sehr selektiv wirkten, ein schier unendliches Stechen wie in der Vergangenheit würde es diesmal nicht geben.
Etwas frustierend für die ersten fünf Aspriant:innen – alle gingen mit null Punkten aus dem Rennen. Aber auch so mancher Routinier leistete sich einen Nuller und musste damit alle Hoffnung auf einen vorderen Platz aufgeben.

Die Linienrichter bestaunten so manche „Staubwolke“


Lange Zeit führte Senior Gerd Schick die Wertung an, doch zum Schluß spielten die Fluglehrer ihre Routine aus: Roland Stich gewann mit 994 Punkten vor Kalle Enderle (992) und Titelverteiger Reinhold Mallik (988).

Wettbewerbs-Sieger Roland Stich schwingt sich in die ASK21


Bedingt durch einen technischen Defekt an unserer Elektro-Winde mussten die gut 40 Starts dieses Mal im Flugzeugschlepp durchgeführt werden. Mit unserer flüsterleisen Remo HG zerrten Steffen Schmidt und Gerd Schick die Aspiranten auf knapp 200m, bevor sie mit einem Linksabschwung Richtung Queranflug zur Gegenlandung ansetzten und so für eine superschnelle Startreihenfolge bei minimaler Lärmbelästigung für die Anwohner sorgten.

Schlepper Gerd schon wieder startklar – zu schnell für manchen Segelflugpiloten!


P.S.: die Piloten vom FSV Kaiserslautern beteiligten sich ebenfalls am Ziellande-Wettbewerb: Ehrenvorsitzender Herrman Bolz brillierte mit der einzigen 1000-Punkte-Wertung dieses Jahr!

P.P.S: die Windverhältnisse waren wohl doch nicht so einfach – unsere Fallschirmsport-Freunde wurden mehrmals so stark versetzt, daß nach ihnen außerhalb des Flugplatzes gesucht werden musste!

Jetzt mit D-Kennzeichen: DG100G ergänzt die Vereinsflotte

Der Landregen an diesem Samstag hatte auch sein Gutes: nach dem Briefing und dem abgesagten Flugbetrieb gab es viele helfende Hände um die Vereinswerkstatt fit für die Winterarbeit zu machen.
Nachdem alles aufgeräumt, gekehrt, gesaugt und abgewaschen war, kam als erstes die DG100G aus dem kalten Flugzeughänger in die leicht angewärmte Werkstatt. Denn nach einer gründlichen Politur der Flügeloberflächen sollte die neue Registrierung, das neue D-Kennzeichen aufgeklebt werden.


Unter sachkundiger Anleitung von R.Mallik brachten zahlreiche Helfer die Klebefolie in die richtige Position: „D-6433“ ist ab sofort das Rufzeichen für das Clubklasse-Flugzeug, nachdem es Jahrzehnte mit einem britischen BGA-Kennzeichen unterwegs war.
Auf der Seitenflosse glänzt das Wettbewerbskennzeichen „AB“, eine „Hommage“ an den Spender der DG.
Die DG100 war das erste bei Glaser-Dirks in Serie gefertigte Segelflugzeug, sie wurde bis 1983 gebaut. Unsere Version DG100G zeichnet das gedämpfte Höhenruder aus. Die ausgewogenen Flugeigenschaften bei vergleichsweise sehr guten Flugleistungen dürften in der neuen Saison auch die fortgeschrittenen Flugschüler begeistern.

Praktische Prüfung bestanden

Drei strahlende Gesichter: Prüfer Herbert Wersching konnte zwei Flugschülern zur bestandenen praktischen Prüfung gratulieren: Erva und Axel haben damit ihre Ausbildung zum Segelflugzeugführer abgeschlossen. Im August hatten sie beide ihre Chance zum 50-km-Streckenflug mit dem AstirCS genutzt und konnten danach zur abschliessenden Prüfung angemeldet werden. Jetzt heisst es warten, bis das Luftamt Hahn die neuen Lizenzen ausstellt.